Private Krankenversicherung für Angestellte

AngestellterIn die private Krankenversicherung darf nicht automatisch jeder wechseln, der einer beruflichen Tätigkeit nachgeht. Darunter fallen besonders Angestellte, denen es mit der Gesundheitsreform erheblich erschwert wurde in die private Krankenversicherung zu wechseln. Nur eine bestimmte Gruppe von Angestellten kann die gesetzliche Krankenversicherung verlassen und die Leistungen für die Gesundheit in der PKV beanspruchen.

 

Für welche Arbeitnehmer ist die PKV geeignet?

Zu den angestellten Personengruppen, die in die private Krankenversicherung wechseln dürfen, zählen die Arbeitnehmer, die jährlich über der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienen. Diese Einkommensgrenze wird jährlich neu festgelegt. Die Höhe der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt ab dem Jahr 2017 bei 57.600,- Euro. Das Bruttoeinkommen muss dementsprechend über diesem Betrag liegen, damit der Wechsel in die private Krankenversicherung vollzogen werden kann. Dabei ist es egal, ob Sie im öffentlichen Dienst oder in der privaten Wirtschaft, zum Beispiel als Arzt oder Lehrer, angestellt sind.

Allerdings zählt nicht nur das regelmäßige Einkommen als Bemessungsgrundlage, sondern auch Sonderbezüge, wie Urlaubsgeld, regelmäßige Sonderzahlungen oder Beiträge zur Direktversicherung.

Angestellte dürfen jedoch nicht sofort in die private Krankenversicherung wechseln. Ein Wechsel ist erst dann möglich, sobald ihr Einkommen drei Jahre hintereinander über der Jahresarbeitsentgeltgrenze lag. Ist dies der Fall, wird der Angestellte von der Versicherungspflicht befreit.

 

Wie hoch ist der Arbeitgeberanteil?

Jede privatversicherte Person erhält von ihrem Arbeitgeber einen Arbeitgeberzuschuss. Der Arbeitgeberzuschuss für die private Krankenversicherung muss von jedem Unternehmen gezahlt werden. Unabhängig davon bei welcher Krankenversicherung der Angestellte versichert ist, erhält er immer den Arbeitgeberanteil. Dabei ist es unwichtig, wie hoch das Einkommen des Angestellten ist.

Es ist gesetzlich festgelegt, dass das Unternehmen und die Arbeitnehmer die Kosten für die Krankenversicherung jeweils zur Hälfte tragen.  Die gesetzliche Grundlage hierfür beschreibt das Sozialgesetzbuch V im Paragraphen 257 mit der Überschrift Beitragszuschüsse für Beschäftigte. Dies gilt sowohl für die gesetzliche als auch für die private Krankenversicherung. Dadurch werden die Versicherungsbeiträge für den privatversicherten Angestellten extrem gesenkt.

Die maximale Höhe vom Arbeitgeberzuschuss errechnet sich mit Hilfe des Höchstbeitrags, den ein Angestellter in der gesetzlichen Krankenversicherung zahlen muss. Die Grundlage hierfür ist die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze. Diese beträgt ab dem Jahr 2017 höchstens 4.350,- Euro. Von dieser Bemessungsgrenze aus berechnet, zahlt der Arbeitgeber bis zu 7,3 Prozent Zuschuss an den Angestellten aus. Also maximal 317,55 Euro pro Monat.

Auf der monatlichen Gehaltsabrechnung, die Sie von Ihrem Arbeitgeber erhalten, ist Ihnen bestimmt schon mal aufgefallen, dass dort ein Arbeitgeberbeitrag für die Krankenversicherung aufgelistet ist. Die genaue Höhe des Arbeitgeberzuschusses ist abhängig von den tatsächlichen Versicherungsbeiträgen für die private Krankenversicherung. Da die Versicherungsbeiträge für jeden Versicherten individuell berechnet werden, ist die Höhe der monatlichen Kosten auch unterschiedlich. Da außerdem maximal die Hälfte der Beiträge vom Arbeitgeber bezuschusst werden, fällt der Arbeitgeberanteil mal höher und mal weniger aus.

 

Arbeitgeberzuschuss für die Pflegeversicherung

Zusätzlich zu dem Grundtarif der privaten Krankenversicherung erhalten Sie noch einen Arbeitgeberzuschuss zu der privaten Pflegeversicherung. Dieser berechnet sich ähnlich, wie der Höchstbeitrag zur Krankenversicherung. Für die Höhe des Arbeitgeberzuschusses wird jedoch mit dem gesetzlichen Beitragssatz zur Pflegeversicherung gerechnet. Dieser beträgt seit dem 01.01.2017 grundsätzlich 2,55 Prozent. Da sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Beiträge teilen, liegt der Arbeitgeberanteil bei maximal 1,275 Prozent. Daraus ergibt sich für die private Pflegeversicherung ein monatlicher Höchstzuschuss in Höhe von 55,46 Euro. Wenn Sie jetzt die bezuschussten Werte für die private Kranken- und Pflegeversicherung miteinander addieren, erhalten Sie den maximalen Arbeitgeberzuschuss für die private Krankenversicherung.

 

Warum in die PKV wechseln?

Die private Krankenversicherung ist für viele Angestellte interessant, da man als freiwillig versicherter Angestellter in der gesetzlichen Krankenversicherung immer den Höchstbeitrag zahlen muss. Hinzu kommen noch Zuzahlungen für Medikamente oder Arztbesuche und schlechtere Leistungen, wie zum Beispiel der Bezug von Generika.

Die private Krankenversicherung bietet überdurchschnittliche Leistungen für die gesamte Familie. Der Beitrag für die private Krankenversicherung kann zudem noch geringer als in der gesetzlichen Krankenkasse sein und weist eine bessere Beitragsstabilität auf. Dadurch bleibt der monatliche Beitrag überschaubar. Nicht nur als Single, sondern auch in der Familienversicherung sparen Sie so Geld ein und verbessern zusätzlich Ihre persönlichen Gesundheitsleistungen.

Für angestellte Singles macht ein Wechsel in die private Krankenversicherung noch mehr Sinn, da hier nur ein einzelner Beitrag gezahlt werden muss. Dieser ist wesentlich geringer als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Viele Singles schließen daher oft einen sehr guten Versicherungsschutz oder eine Deckung ähnlich wie in der gesetzlichen Krankenversicherung zu einem günstigeren Beitrag ab, um so jährlich über 2.000,- Euro an Gesundheitskosten zu sparen.

Vielen Familien ist besonders der Schutz der Kinder wichtig. Auch hier können Sie die Leistungen in der privaten Krankenkasse entsprechend verbessern.

Weitere Informationen zu einem Versicherungsvergleich für Arbeitnehmer erhalten Sie über den Tarifrechner. Bei der Krankenversicherung ist es wichtig einen guten Ansprechpartner zu finden. Genauso wie für alle Versicherungen sollte dabei ein Nachweis über die Sachkunde erbringbar sein. Denn ein Berater für Versicherungen muss mittlerweile im Vermittlerregister eingetragen sein, um Versicherungen vermitteln zu dürfen.