Obliegenheiten

Als Versicherter in der privaten Krankenversicherung haben Sie verschiedene Obliegenheiten, die Sie vertragsrechtlich einhalten müssen. In der Regel sind dies Pflichten, die einen klaren und reibungslosen Arbeitsablauf sowohl für die Krankenversicherung als auch für den Versicherungsnehmer gewährleisten soll.

 

Fristen bei ambulanter und stationärer Behandlung

Jede Krankenhausbehandlung, die von einer versicherten Person in Anspruch genommen wird, muss der PKV innerhalb von zehn Tagen angezeigt werden. Für ambulante Behandlungen ist eine solche Meldung an die Krankenversicherung jedoch nicht nötig. Hierfür reicht die Einreichung der Arztrechnung innerhalb drei Jahren zum Ende des Jahres ab Erhalt der Rechnung. Die private Krankenversicherung erstattet danach die Leistungen im tariflichen Umfang.

 

Pflichten im Versicherungsfall

Weiterhin kann die private Krankenversicherung von dem Versicherungsnehmer beziehungsweise von den versicherten Personen verlangen, jede Auskunft wahrheitsgemäß zu erteilen, die zur Feststellung des Versicherungsfalls oder der Leistungspflicht des Versicherungsunternehmens erforderlich ist.

Auf Verlangen des Versicherers ist die versicherte Person verpflichtet, sich durch einen von der Krankenversicherung beauftragten Arzt untersuchen zu lassen. Die versicherte Person hat darüber hinaus die Pflicht den Schaden im Versicherungsfall so gering wie möglich zu halten und alle Handlungen, die für eine Genesung hinderlich sein können, zu unterlassen.

 

Verbot der Doppelversicherung

Wenn für eine versicherte Person eine weitere private Krankenversicherung bei einem anderen Unternehmen abgeschlossen wird, ist der Versicherungsnehmer verpflichtet diesen Umstand sofort bei der bisherigen Krankenversicherung anzuzeigen, damit im Leistungsfall keine Doppelversicherung besteht. Das gleiche gilt auch, wenn der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenversicherung besteht.

Auch der Abschluss einer weiteren Krankenhaus- oder Krankentagegeldversicherung muss vorher von der privaten Krankenversicherung genehmigt werden.

Bei Verstößen gegen eine dieser Obliegenheiten ist die private Krankenversicherung ganz oder teilweise von der Leistungspflicht befreit. Darüber hinaus kann der Versicherer auch unter bestimmten Voraussetzungen nach Bekanntwerden der Obliegenheitsverletzung den Versicherungsvertrag kündigen.