Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung

In den gesetzlichen Krankenkassen gibt es jede Menge Zuzahlungen für Krankenkassenleistungen. Damit das große Defizit bei den Krankenkassen gedeckt werden kann, müssen die GKV-Versicherten mit dem eigenen Geld Zuzahlungen leisten.

Anfangs wurde eine Zuzahlung fällig, sobald der Versicherte einen Arzt aufgesucht hat. Aufgrund diverser Gesundheitsreformen ist selbst (unabhängig von einem Arztbesuch) eine eigene Zuzahlung über einen Zusatzbeitrag möglich. Diese Zuzahlung ist dann jeden Monat fällig. Einen Zuschuss vom Arbeitgeber gibt es hierfür nicht mehr.

 

Zusatzbeiträge in der GKV

Allen Krankenkassen ist es erlaubt eine Zuzahlung von dem versicherten Mitglied zu verlangen. Diese Zuzahlung wird auch Zusatzbeitrag genannt. Demnach können Krankenkassen monatlich einen prozentual festgelegten Betrag von dem versicherten Mitglied verlangen, ohne dass der Versicherte Einspruch erheben kann. Sollte eine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag erheben, hat der gesetzlich Versicherte aber ein außerordentliches Kündigungsrecht.

Fordert eine Krankenkasse beispielsweise eine Zuzahlung in Höhe von 1% vom Bruttoeinkommen, wären das bei einem Einkommen von 3.500,- Euro immerhin 35,- Euro mehr pro Monat, die gesetzlich Versicherte bezahlen müssen. Manche Krankenkassen erheben einen höheren Zusatzbeitrag, andere wesentlich weniger. Eine Obergrenze gibt es nicht.

Unabhängig von dem Zusatzbeitrag können auch durchschnittliche Zusatzbeiträge von den Versicherten gefordert werden. Hierbei müssen gesetzliche Krankenkassen eine prozentuale Zuzahlung einfordern, die in den Gesundheitsfonds eingezahlt wird. Dieser Beitrag ist von den Kosten und Einkünften des Gesundheitsfonds abhängig. Diese Zuzahlung trifft bestimmte Personen, die gesetzlich krankenversichert sind. Dagegen wehren kann sich keiner. In besonderen Härtefällen, also bei Versicherten mit einem sehr geringen Einkommen, bezahlt der Staat die Zuzahlung.

 

Ambulante Zuzahlungen

Im ambulanten Bereich müssen verschiedene Zuzahlungen an die Krankenkassen geleistet werden. Mit einer Zuzahlung sollen die Kosten der Krankenkassen minimiert werden. Hierbei fallen für die Versicherten unter anderem folgende, alltägliche Gebühren an:

  • Praxisgebühren für den Arztbesuch – jedes Vierteljahr in Höhe von 10,- Euro
  • 10 Prozent Arzneimittelgebühr, mindestens 5,- Euro und maximal 10,- Euro
  • Heilmittelgebühr in Höhe von 10 Prozent plus 10,- Euro pro Verordnung
  • Hilfsmittelgebühr von 10 Prozent, mindestens 5,- Euro und maximal 10,- Euro

 

Stationäre Zuzahlungen

Im stationären Bereich werden für Patienten im Krankenhaus pro Tag eine Zuzahlung von 10,- Euro fällig, die der Patient aus eigener Tasche an die Krankenkasse zahlen muss.

Um sich vor derartigen Kosten der Krankenkassen zu schützen, kann man eine private Krankenhaustagegeldversicherung vergleichen und abschließen. Dadurch kann diese Zuzahlung in der gesetzlichen Krankenversicherung durch einen von der Versicherung ausgezahlten Tagessatz ausgeglichen werden.

 

Zuzahlung für Hilfsmittel

Bei teuren Hilfsmitteln ist die Zuzahlung für einen gesetzlich Krankenversicherten meist besonders hoch. Die Übernahme der Kosten für einen Treppenlift beispielsweise ist in der Regel sehr gering. Zusätzlich müssen noch bestimmte Kriterien erfüllt werden, damit ein Anspruch aus der gesetzlichen Krankenkasse besteht. Eines dieser Kriterien ist, dass die versicherte Person pflegebedürftig sein muss. Daneben muss die versicherte Person einen Antrag bei der Krankenkasse stellen, damit er eine Zuzahlung von der Versicherung erhält.