Gesetzliche und private Krankenversicherung im Vergleich

Ein Versicherungsvergleich zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung gibt Ihnen einen Einblick, welche Versicherungsart für Sie am ehesten in Frage kommt. Welche Leistungen bekommen Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung? Welche Leistungen bekommen Sie nicht? Im Folgenden finden Sie tabellarisch eine Übersicht zu den verschiedenen Leistungsarten, Zuzahlungen, Krankenversicherungsbeitrag und Ausschlüssen sowohl für die gesetzliche als auch für die private Krankenversicherung.

 

Versicherungsbeiträge

Private Krankenversicherung: Ihr Krankenversicherungsbeitrag berechnet sich individuell nach Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand und dem Leistungsumfang, den Sie sich wünschen. Für den Großteil der Versicherten ist der Krankenversicherungsbeitrag wesentliche geringer als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Somit können Sie viel Geld im Jahr sparen.

Gesetzliche Krankenversicherung: Ihr Beitrag beträgt ab dem 01.01.2009 (Einführung des Gesundheitsfonds) einheitlich 15,5 Prozent vom monatlichen Bruttoeinkommen. Der Beitragssatz wird in Zukunft noch weiter ansteigen. Zusätzlich dürfen Krankenkassen einen monatlichen Zuschlag von den Versicherten verlangen. Die Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2009 beträgt 3.750,- Euro. Daraus ergibt sich ein Krankenversicherungsbeitrag von knapp 600,- Euro pro Monat.

 

Praxisgebühr

Private Krankenversicherung: Die Zahlung einer Praxisgebühr ist für Sie nicht erforderlich.

Gesetzliche Krankenversicherung: Für jeden Besuch beim Arzt fallen für Sie pro Quartal 10,00 Euro Praxisgebühr an. Bis zu maximal 40,00 Euro im Jahr.

 

Arzneimittel

Private Krankenversicherung: Sie bekommen je nach Tarif die Kosten für sämtliche Arzneimittel voll erstattet. In der Regel bis zu 100 Prozent des Preises.

Gesetzliche Krankenversicherung: Sie bezahlen 10 Prozent des Arzneimittelpreises. Mindestens 5,00 Euro, jedoch maximal 10,00 Euro pro Arzneimittel. Aber jeweils nicht mehr als die Kosten des Arzneimittels.

 

Zahnärztliche Behandlung

Private Krankenversicherung: Bis zu 100 Prozent Kostenerstattung für Ihre Zahnbehandlungen. Bis zu 100 Prozent Kostenerstattungen für Zahnersatz, Kieferorthopädie, Inlays und Zahnkronen je nach Wahl des Tarifes inklusive Implantate, Inlays und Keramikfüllungen.

Gesetzliche Krankenversicherung: Zahnärztliche Behandlungen zur Vorsorge und Früherkennung von Karies und Zahnfleischerkrankungen werden bezahlt. Heilungen von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten gehören ebenfalls zu dem Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung. Für einen Zahnersatz gibt es einen Festzuschuss in Höhe von etwa 50 Prozent der für die Regelversorgung notwendigen Leistungen.

 

Heilmittel

Private Krankenversicherung: Die Heilmittel sind bis zu 100 Prozent erstattungsfähig. Wie bei den Arzneimitteln ist hierbei auch Ihr gewählter Tarif relevant.

Gesetzliche Krankenversicherung: Sie bezahlen 10 Prozent des Preises (z. B. für Massagen oder Krankengymnastik) zuzüglich 10,- Euro pro Verordnung.

 

Hilfsmittel

Private Krankenversicherung: Die private Krankenversicherung erstattet Ihnen bis zu 100 Prozent für Hilfsmittel. Sie bekommen so Ihre Kosten für Hilfsmittel komplett erstattet.

Gesetzliche Krankenversicherung: Sie bezahlen 10 Prozent des Preises (z. B. für Hörhilfen oder orthopädische Hilfsmittel), mindestens 5,- Euro, jedoch maximal 10,- Euro pro Hilfsmittel. Für Hilfsmittel zum Verbrauch (z. B. Einweglinsen, Beinbeutel, Inhalations- und Atemwegtherapiegeräte) bezahlen Sie pro Verbrauchseinheit 10 Prozent vom Preis, jedoch maximal 10,- Euro im Monat.

 

Sehhilfen

Private Krankenversicherung: Bis zu 100 Prozent für Ihre Brillen und Kontaktlinsen, beschränkt auf einen individuellen jährlichen Höchstsatz, den Sie bei Beginn Ihrer privaten Krankenversicherung bestimmen können.

Gesetzliche Krankenversicherung: Brillen und Brillengestelle werden Ihnen nicht mehr erstattet. Ein Leistungsanspruch besteht lediglich noch für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr unter bestimmten Voraussetzungen, sowie für schwer sehbeeinträchtigte Menschen.

 

Krankenhausaufenthalt

Private Krankenversicherung: Je nach Tarif erfolgt die Unterbringung im Einbettzimmer oder Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung. Sie wählen frei und selbstständig Ihr Krankenhaus aus. Bei Vereinbarung bekommen Sie pro Tag ein Krankenhaustagegeld.

Gesetzliche Krankenversicherung: Unterbringung im Mehrbettzimmer. Transport zum nächstgelegenen Krankenhaus und Zuzahlung pro Tag in Höhe von 10,- Euro, jedoch für maximal 28 Tage pro Jahr.

 

Krankentagegeld

Private Krankenversicherung: Sie bestimmen Ihr Krankentagegeld selbst. Sie versichern sich individuell für den Krankheitsfall bis zur Höhe des Nettoeinkommens. Das Krankentagegeld kann bereits ab der ersten Woche ab Arbeitsunfähigkeit ausgezahlt werden.

Gesetzliche Krankenversicherung: Ein Krankentagegeld wird für Angestellte erst nach dem 42. Tag gezahlt. Die Höhe beträgt für berufstätige Angestellte 70 Prozent des Bruttoeinkommens, allerdings höchstens bis zu 90 Prozent des Nettoeinkommens. Die Zahlung erfolgt längstens über einen Zeitraum von 78 Wochen. Für Selbstständige, die freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, war das Krankentagegeld zeitweise nicht mitversichert.

 

Rechnungsabwicklung

Private Krankenversicherung: Nach dem Arztbesuch erhalten Sie eine Rechnung mit allen aufgelisteten Leistungen des Arztes. Diese Rechnung müssen Sie vorab meist per Banküberweisung begleichen. Nach Einsendung der Rechnungen bei dem Versicherer wird Ihnen der auszustehende Betrag auf Ihr Konto überwiesen. Manche private Krankenversicherungen handhaben es auch so, dass die Rechnungen direkt mit dem Arzt beglichen werden können, sodass Sie nicht in Vorleistung treten müssen.

Gesetzliche Krankenversicherung: Der behandelnde Arzt rechnet alle erbrachten Leistungen direkt mit der Krankenkasse ab. Durch Abgabe der persönlichen Versicherungskarte setzt sich der Arzt mit der Krankenkasse in Verbindung und fordert die Erstattung der entstandenen Kosten.

 

Rentenalter

Private Krankenversicherung: In Ihrem Beitrag für die private Krankenversicherung ist ein gesetzlicher Zuschlag enthalten, der die Altersrückstellungen aufstockt. Durch die Bildung von Altersrückstellungen während der Vertragslaufzeit wird ein Kapitalstock aufgebaut, der die Beiträge ab dem 65. Lebensjahr konstant bleiben lässt. In der Regel kann sich Ihr Krankenversicherungsbeitrag auch vermindern, da zum Beispiel Krankenzusatzversicherungen, wie die Krankentagegeld-Versicherung, nicht mehr notwendig sind. Angestellte und Selbstständige erhalten auf Antrag einen Zuschuss vom Rentenversicherungsträger für die private Krankenversicherung, sofern Beiträge zu der gesetzlichen Rentenversicherung entrichtet wurden. Als Alternative steht Ihnen auch der Basistarif zur Verfügung.

Gesetzliche Krankenversicherung: Hier teilen sich der Rentenversicherungsträger und der Rentner die Krankenversicherungsbeiträge je zur Hälfte. Den Krankenversicherungsbeitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung zahlt der Rentner in voller Höhe selbst. Die Beiträge werden direkt vom Rentenversicherungsträger an die gesetzliche Krankenversicherung abgeführt.

 

Beitragsrückerstattung

Private Krankenversicherung: Wenn Sie keine Leistungen von der Krankenversicherung in Anspruch nehmen und Sie somit leistungsfrei bleiben, können jährlich bis zu sechs Monatsbeiträge zurückerstattet werden. Hierbei hilft meist ein PKV online Vergleich.

Gesetzliche Krankenversicherung: Beitragsrückerstattungen sind mit sogenannten Wahltarifen seit Einführung der Gesundheitsreform auch in der gesetzlichen Krankenversicherung möglich. Voraussetzung ist, dass Sie keine Leistungen von der Krankenkasse in Anspruch genommen haben.