Kündigung der privaten Krankenversicherung

Wenn Sie krankenversichert sind, müssen Sie sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung die Kündigungsfristen einhalten. Die Fristen sind einheitlich geregelt. Jedoch können die Gründe für eine Kündigung sehr unterschiedlich sein. Nicht immer ist die Vertragsaufhebung rechtlich wirksam.

 

Kündigungsfristen für den Wechsel von GKV zu PKV

In der gesetzlichen Krankenversicherung haben Sie eine Kündigungsfrist von 2 Monaten. Sie können die Kündigung jederzeit schreiben. Eine Kündigung ist also jeden Monat möglich. Wenn Sie die Kündigung bei der Krankenversicherung einreichen, müssen mindestens zwei Monate vergehen bevor sie in Kraft tritt. Darüber hinaus wird die Kündigung immer erst zum Monatsende wirksam. Wenn Sie zum Beispiel Ihre Kündigung im Monat April abschicken und im selben Monat bei der Versicherung eingeht, wird die Kündigung zum 30. Juni wirksam. Sie können dann also zum 01. Juli entweder in die private oder in eine andere gesetzliche Krankenversicherung wechseln und dementsprechend bessere Leistungen beziehen oder Geld sparen.

Es gibt allerdings auch ein Sonderkündigungsrecht in der GKV, wenn Sie sich selbstständig machen und in die PKV wechseln möchten. Ab dem Beginn der Selbstständigkeit haben Sie innerhalb einer Frist von 14 Tagen Zeit, die gesetzliche Krankenkasse zu kündigen und in die private Krankenversicherung zu wechseln.

Um noch ein jüngeres Eintrittsalter in der privaten Krankenversicherung und somit einen günstigeren Versicherungsbeitrag für die Krankenversicherung zu sichern, sollten Sie die gesetzliche Krankenversicherung spätestens im Monat September kündigen. Dadurch ist der Versicherungsbeginn in der privaten Krankenversicherung zum 01. Dezember möglich. Am 01. Januar eines Jahres wird jeder in der privaten Krankenversicherung in Bezug auf die Beitragsberechnung älter, da das Eintrittsalter steigt. Dadurch erhöht sich dann auch der persönliche Versicherungsbeitrag.

 

Ordentliche Kündigungsfrist der PKV

In der privaten Krankenversicherung haben Sie eine Kündigungsfrist von 3 Monaten. Die Kündigung ist hier immer nur zum Ende des Kalenderjahres oder zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Dies unterscheidet sich bei den privaten Krankenversicherungen. Bei den meisten Anbietern wird die Kündigung allerdings zum Ende des Kalenderjahres wirksam. Hierfür muss die Kündigung spätestens Ende September bei der Krankenversicherung eingehen. Als Nachweis des Eingangs hilft ein Einschreiben oder eine Faxsendebestätigung.

 

Kündigung wegen Beitragserhöhung

Sollte die private Krankenversicherung die Versicherungsbeiträge erhöhen, haben Sie innerhalb von 4 Wochen ein Kündigungsrecht zum Erhöhungszeitpunkt. Die Versicherung wird dann aufgelöst und Sie können sich bei einer anderen Krankenversicherung versichern lassen. Bevor Sie die Kündigung abschicken, sollten Sie allerdings daran denken, dass Sie vorher eine neue Krankenversicherung gefunden haben, damit Sie sicher sind, dass die gewünschte Deckung bei der anderen Versicherung möglich ist.

 

Kündigung der PKV-Familienversicherung

Sollte der Versicherungsnehmer die Familienversicherung kündigen, haben die anderen versicherten Personen die Möglichkeit das Vertragsverhältnis aufrecht zu erhalten. Dadurch sind die versicherten Personen weiterhin in der privaten Krankenversicherung versichert, ohne dass der Versicherungsschutz erlischt. Nach der Kündigung muss jedoch ein neuer Versicherungsnehmer bestimmt werden, der die Angelegenheiten mit der Krankenversicherung klärt und entsprechend als Vertragspartner der Versicherung auftritt. Im Normalfall ist das eine der bereits versicherten Personen.

 

Mindestvertragslaufzeit der PKV

Viele private Krankenversicherungen haben in Ihren Versicherungsbedingungen eine Mindestvertragslaufzeit von 1 bis 2 Jahren stehen, so dass eine Kündigung und somit ein Wechsel der Krankenversicherung erst nach Ablauf dieser Vertragslaufzeit möglich ist. Warum manche Krankenversicherungen bei der Festsetzung einer einjährigen Mindestvertragslaufzeit kulanter sind, hat keinen bestimmten Grund und eher etwas mit der allgemeinen Unternehmensplanung zu tun. In solchen Fällen könnten Sie die private Krankenversicherung theoretisch jedes Jahr kündigen und wechseln.

 

Wechsel zurück in die GKV

Der Austritt aus der PKV ist nicht besonders einfach. Dafür müssen gesetzliche Regelungen eingehalten werden. Ein Wechsel ist zum Beispiel möglich, sobald für die versicherte Person wieder eine Krankenversicherungspflicht entsteht. Dies kann zum Beispiel sein, wenn Selbstständige wieder eine Tätigkeit als Angestellte aufnehmen, bei der sie unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze verdienen. In diesem Fall muss die private Krankenversicherung den Versicherungsvertrag ab Aufnahme der angestellten Tätigkeit wieder auflösen, damit der Versicherungsnehmer wieder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln kann.

Etwas schwieriger ist der Wechsel für Angestellte. Damit sie zurück in die gesetzliche Krankenkasse können, müssen sie wieder unter der Versicherungspflichtgrenze verdienen. Sollte das zutreffen, haben sie ein Wahlrecht. Sofern sich Angestellte jedoch für die private Krankenversicherung entscheiden, sind zukünftige Verdienstsenkungen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze keine Gründe mehr für einen Austritt aus der PKV.

Darüber hinaus gibt es noch Gesetzgebungen, die einen Rücktritt aus der privaten Krankenversicherung nur erlauben, wenn Sie noch nicht 55 Jahre alt sind. Im §6 Abs. 3a des fünften Sozialgesetzbuchs steht dazu, dass Versicherte selbst bei Erfüllung der Wechselgründe privat versichert bleiben müssen, wenn sie in den letzten 5 Jahren nicht ein einziges Mal gesetzlich versichert waren. Zusätzlich dürfen Sie in diesem Zeitraum auch nicht länger als 2,5 Jahre von der Versicherungspflicht befreit gewesen sein. Von der Versicherungspflicht sind Sie zum Beispiel befreit, wenn Sie selbstständig sind oder als Arbeitnehmer über der Versicherungspflichtgrenze verdienen.

 

Zusammenfassung der Kündigungsanlässe

Neben der Einhaltung der Mindestvertragslaufzeiten können Sie die PKV unter diesen Voraussetzungen kündigen:

  • Versicherung schickt eine Beitragserhöhung
  • Krankenversicherungspflicht in der GKV
  • Einhaltung der ordentlichen Kündigung zum Jahresende