Die private Krankenversicherung hat in den vergangenen Wochen teilweise erhebliche Kritik einstecken müssen. Unter anderem die günstigen Einstiegstarife mit ihren abgespeckten Leistungen und die hohe Zahl der Nichtzahler haben nicht nur intern für Verwerfungen gesorgt. Auch das Image der Branche hat unter diesen Schlagzeilen gelitten. Während einige Versicherer die Reißleine ziehen und sich von diesen Tarifen verabschieden, sehen andere Gesellschaften die Neukunden mit kritischeren Augen.
DKV und Central ohne BilligtarifeZu denen, die eher den Einstiegstarif als falschen Weg sehen, gehören die beiden privaten Krankenversicherer DKV und Central. Beide haben sich in den vergangenen Tagen dazu entschlossen, die Billigtarife aus dem Programm zu streichen. Damit ziehen Central und DKV die Konsequenzen aus den Erfahrungen der letzten Jahre und finden teilweise ähnliche Begründungen.
So ist der erhoffte Wechsel vom Einstiegs- in den Premiumsektor bei vielen Versicherten ausgeblieben. Ein weiteres Problem: Die Zahl derer, die den Beitrag nicht zahlen können oder wollen, ist in den Billigtarifen besonders hoch. Somit scheint, wenn man dieses Argument auf die ganze Branche ausdehnt, der Einstiegstarif ein Teil der Probleme, vor denen die PKV steht.
PKV hebt Messlatte anAllerdings ist das Gros der privaten Versicherer scheinbar der Meinung, dass der Hebel auch bei den Neukunden angesetzt werden muss. Daher hat unter anderem die HanseMerkur ihre Zugangsbedingungen für die PKV verschärft. Wer sich in der PKV absichern will, wird einen Wohnsitz in Deutschland über die vergangenen 24 Monate und eine Krankenversicherung nachweisen müssen.
Andere Versicherer gehen weiter und wollen ihre Neukunden gleich bezüglich der Bonität genauer unter die Lupe nehmen lassen. Wer sich in der privaten Krankenversicherung absichern will, muss in Zukunft also die eine oder andere Hürde nehmen. Ob sich die Probleme der PKV auf diese Weise aber langfristig aus der Welt schaffen lassen, steht auf einem anderen Blatt. Schließlich sind es nicht nur die Versicherten, die zu den Problemen im Gesundheitswesen gehören.
